HANDBALL

Die Trennung macht für den MTV Sinn


 

Timo Kiwitz, stellvertretender Leiter am NRZ-Lokalsportdesk Niederrhein, über die Lage beim MTV Rheinwacht Dinslaken. FUNKE Foto Service

Auf den ersten Blick mag die Trennung zum jetzigen Zeitpunkt verwundern. Der Klassenerhalt in der Handball-Regionalliga ist für den MTV Rheinwacht ohnehin kein realistisches Szenario mehr, und obendrein lässt sich auch nicht behaupten, dass Marius Timofte in Dinslaken schlechte Arbeit geleistet hätte.

Im Gegenteil: Trotz widriger Umstände, nämlich praktisch ohne Verstärkungen und nur mit einem extrem schmalen Kader, ist es dem erfahrenen Coach gelungen, stets ein überraschend konkurrenzfähiges Team aufs Parkett zu schicken. Dass bislang nur sieben Zähler auf der Habenseite stehen, gibt auch nur unzureichend wieder, wie ordentlich sich die Dinslakener bislang eigentlich durchweg verkauft haben.

Und doch macht das vorzeitige Ende von Timoftes Engagement Sinn. Der MTV musste im Zuge des angestrebten Neuaufbaus reagieren. Im Sommer wäre der Trainer sowieso nicht mehr da gewesen, und jetzt haben die Verantwortlichen die Möglichkeit, ohne jeglichen Druck gemeinsam mit den Akteuren aus der Reserve ein neues Team zu formen, oder zumindest wichtige erste Schritte in diese Richtung zu gehen. Die Spieler der „Ersten“ werden im Normalfall durch die Aufstockung des Kaders auch entlastet, das Verletzungsrisiko sinkt und die Chance steigt, mit einem fitten Kader in die Vorbereitung auf die nächste Oberliga-Saison zu starten.

Unter der Führung von Timofte und Heinz Buteweg scheint der Einbau von Spielern aus der zweiten Mannschaft, die ja gerade mal eine Klasse tiefer unterwegs ist und durchaus Leute in ihren Reihen hat, die einen Regionalliga-Kader zumindest ergänzen, wenn nicht sogar qualitativ weiterbringen können, zuletzt nicht möglich gewesen zu sein. Die Gründe dafür dürften auch im vereinsinternen Zwist liegen, der im Dezember 2023 spätestens mit der Abwahl von Buteweg als Abteilungsleiter begonnen hat.

Was sich seitdem beim MTV abgespielt hat, hat dem Verein nicht gut getan. Nicht sportlich, nicht in Sachen mannschaftsübergreifender Zusammenhalt und natürlich auch nicht in der Außendarstellung, obwohl viele Akteure auf Vorstands- und Spielerseite stets um eine unaufgeregte Kommunikation bemüht waren.

Nun sollten allerdings die Voraussetzungen dafür geschaffen sein, dass der MTV Rheinwacht Dinslaken wieder zusammenrückt und bald auch wieder positive Schlagzeilen schreibt. Dass es erst soweit kommen musste, ist natürlich trotzdem vor allem eins: Schade!