HANDBALL

Heinz Buteweg geht beim MTV: „Habe mir nichts vorzuwerfen“
Auch Trainer Marius Timofte kann die Entscheidung zur Trennung „nicht wirklich nachvollziehen.“ Einen Vorwurf lässt er nicht stehen

Heinz Buteweg ist „enttäuscht, wie die Sache ausgegangen ist.“ Jochen Emde FUNKE Foto Services
Niemand hat den MTV Rheinwacht in diesem Jahrtausend derart geprägt wie Marius Timofte, der die Dinslakener als Spielertrainer bis in die Drittklassigkeit führte. Bisweilen war der MTV bei der Konkurrenz ob der herausragenden Rolle des früheren rumänischen Nationalspielers auf dem Feld auch als Marius-Timofte-Verein bekannt. Das große Abschiedsspiel 2015 hatte sich der Lehrer an der Ernst-Barlach-Gesamtschule mehr als verdient, und auch die Rückkehr auf die Trainerbank der Douvermannhalle im Dezember 2022 fruchtete. Zweimal schaffte der 57-Jährige mit seinen Schützlingen den Klassenerhalt in der Regionalliga. Dass es in dieser Spielzeit noch einmal deutlich schwieriger werden würde, war auf Grund geplatzter Transfers im vergangenen Sommer und des erhöhten Abstiegs schon frühzeitig klar.
Noch am Mittwoch leitete Timofte die Übungseinheit des Regionalligisten, ehe er dann von seinem langjährigen Weggefährten Heinz Buteweg von seiner Freistellung erfuhr. „Ich muss die Entscheidung natürlich akzeptieren, auch wenn ich sie nicht wirklich nachvollziehen kann. Mehr will ich dazu eigentlich nicht sagen. Es bringt ja auch nichts mehr“, sagt der A-Lizenz-Inhaber. Den Vorwurf, er habe Spieler aus der Reserve nicht mit einbinden wollen, will Timofte aber dann doch nicht stehen lassen: „Heinz Buteweg hat bereits im November oder Dezember bei der Reserve angefragt, ob wir Hilfe bekommen könnten. Damals hieß es, das sei nicht möglich. Ich frage mich, warum das jetzt anders ist.“ Eine neue Aufgabe hat Timofte nach eigener Aussage noch nicht: „Ich habe mich auch noch nicht intensiv darum gekümmert und werde wohl erstmal eine Pause machen.“
Im Gegensatz dazu hat Buteweg bekanntlich schon beim Nachbarn HSG Hiesfeld/Aldenrade ab Sommer ein neues Betätigungsfeld gefunden, trotzdem ist der 78-Jährige, seit 70 Jahren Mitglied beim MTV und 32 Jahre lang Handball-Obmann im Verein, „enttäuscht, wie die Sache ausgegangen ist. Ich habe mir aber nichts vorzuwerfen und weiß, was ich in all den Jahren für den Verein geleistet habe.“ Kritik übt Buteweg auch an seinem Nachfolger auf der Position des Abteilungsleiters, Andreas Klink: „Wenn es so ist, dass die Spieler der zweiten Mannschaft nicht oben helfen wollten, hätte er das als derjenige, der das Sagen hat, doch durchsetzen müssen. Und wenn man sich von der Trennung von Marius da etwas verspricht, hätte das doch auch viel früher passieren müssen.“
Timo Kiwitz
